Gewinnverwendung AG-GmbH

Gewinnverwendung AG/GmbH: Wieviel vom Gewinn darf ich ausschütten?

- 5 Min Lesezeit

Haben Sie einen Gewinn erzielt und planen Sie bereits, wie und wo Sie das Geld ausgeben sollen? Warten Sie einen Augenblick. Bei der Gewinnverwendung AG/GmbH gibt es Regeln, die Sie kennen und denen Sie folgen müssen.

Der Bilanzgewinn kann nicht vollständig ausgeschüttet werden, da gemäss Art. 671 OR gesetzliche und freiwillige Rückstellungen gebildet sowie die Grunddividenden und Superdividenden vom Bilanzgewinn abgezogen werden müssen. Als Resultat erhalten Sie den Betrag, der auf das nächste Jahr vorzutragen ist.

Bilanzgewinn_infografik

Um festzustellen, wieviel und was Sie vom Gewinn verwenden können, sollten Sie einen Gewinnverteilungsplan (auch die Gewinnverwendungsrechnung) zu erstellen. Dieser zeigt Folgendes:

  • die Höhe, des Bilanzgewinns, die der Beschlussfassung durch die Generalversammlung unterliegt (Bilanzgewinn)
  • der Anteil des Gewinns, der im Unternehmen zurückbehalten wird
  • der Anteil des Gewinns, der ausgeschüttet wird
  • der Saldo, der in das neue Jahr vorgetragen wird.

Folgende Punkte helfen Ihnen, Ihren Gewinn optimal zu verwenden:

Bestimmen Sie die zu verteilende Summe aus dem Gewinn des aktuellen und der vergangenen Jahre

Gewinnverwendung AG/GmbH: Wieviel vom Gewinn darf ich ausschütten?Tipp

Beim Gewinnvortrag handelt es sich um Gewinne der Vorjahre, soweit diese nicht einer Reserve zugewiesen oder als Dividende ausgeschüttet worden sind.

Nehmen Sie den Gewinn-/Verlustvortrag der Vorjahresbilanz und addieren Sie ihn zum diesjährigen Gewinn. Im Falle eines Verlustes des Vorjahres wird dieser somit durch den diesjährigen Gewinn ausgeglichen.

Der Buchungssatz lautet:

Gewinn (aus Gewinn- und Verlustrechnung) an Gewinnvortrag

Das Konto Gewinnvortrag zeigt bis zur Gewinnverwendung den Bilanzgewinn (nicht verteilter Gewinn). Wenn der Bilanzgewinn positiv ist (d.h. der Jahresgewinn entstanden ist und der mögliche Verlust des Vorjahres vollständig davon gedeckt ist), dann – und erst dann – erfolgt die Gewinnverwendung der AG/GmbH.

Bilden Sie die gesetzlichen Reserven aus dem erzieltem Gewinn

Die Reservebildung aus dem erzieltem Gewinn besteht aus zwei Stufen (1. und 2. Zuweisung an die allgemeinen Reserven). Die erste Zuweisung an die allgemeine Reserve ist obligatorisch.

Gewinnverwendung AG/GmbH: Wieviel vom Gewinn darf ich ausschütten?Tipp

Die allgemeine Reserve ist obligatorisch. Sie müssen einen Teil des Gewinns in die allgemeine Reserve einzahlen, bis sie 20% des einbezahlten Aktien- und Partizipationskapitals beträgt.

Wenn Ihre Reserve keine 20% des AKs erreicht haben, müssen 5% des Jahresgewinns als die erste Zuweisung an allgemeine Reserve geleistet werden. Das bedeutet, dass dieser Betrag nicht ausgeschüttet, sondern in der Aktiengesellschaft oder GmbH bleibt.

Der Buchungssatz lautet:

Gewinnvortrag an Gesetzliche Reserven (5 % des Jahresgewinns)

Nachdem Sie den Bilanzgewinn um den Betrag der gesetzlichen Reserve reduziert haben, können Sie eine Hauptversammlung abhalten, um über die weitere Gewinnverteilung zu entscheiden.

Den verbleibenden Betrag können Sie als Dividende ausschütten, in eine Gewinnrücklage einbuchen oder als Gewinnvortrag auf das nächste Jahr übertragen.

Abhängig von der Höhe der Dividenden werden diese als Grunddividenden und Superdividenden klassifiziert werden.

Die Grunddividende beträgt maximal 5% des eingezahlten Aktien- und Partizipationskapitals. Es müssen keine gesetzlichen Reserven für Grunddividenden gebildet werden.

Superdividenden liegen vor, wenn die Höhe des Betrags 5% des eingezahlten Aktien- und Partizipationskapitals übersteigt. Für sie müssen gesetzliche Reserven (2. Zuweisung) gebildet werden.

Ausserdem können Sie eine besondere Vergütung an den Verwaltungsrat auszahlen, die als Tantieme bezeichnet wird. In der Praxis werden die Tantiemen kaum ausgeschüttet, weil aus steuerlicher Sicht Honorare für den Verwaltungsrat vorteilhafter ist – damit kann das Unternehmen Steuern reduzieren.

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Tantieme sind nicht verrechnungssteuerpflichtig, jedoch AHV-pflichtig.

Der Buchaungssatz lautet:

Dividenden an Geschuldete Verrechnungssteuer

Zweite Zuweisung an allgemeine Reserve

Wenn Ihre gesetzliche Reserve weniger als 50% des Aktienkapitals beträgt und Sie sich für Superdividenden und / oder Tantiemen entschieden haben, müssen Sie 10% des Betrags der Superdividenden und Tantiemen in die gesetzlichen Reserven leisten.

Der Buchungssatz lautet:

Gewinnvortrag an Gesetzliche Reserven (10% der Superdividenden und Tantiemen)

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In die Kapitalreserve kommen noch weitere ausserordentliche Zuweisungen:

  • Agio aus Emission von Aktien und Partizipationsscheinen, sofern es nicht zur Deckung der Emissionskosten für Zusatzabschreibungen oder für Wohlfahrtszwecke verwendet wird;
  • Kaduzierungsgewinn (Überschuss aus Zwangsausschluss eines Aktionärs);
  • Buchgewinne aus der Herabsetzung des Aktienkapitals.

Bei Bedarf können Sie in den Statuten oder durch den Beschluss der Generalversammlung statutarische oder beschlussmässig freiwillige Reserven bestimmen.

Die Bildung solcher Reserven ist jedoch gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Der Buchungssatz lautet:

Gewinnvortrag an Freiwillige Reserven

Neuer Gewinn-/Verlustvortrag

Wenn der Gewinn auf Reserven und Dividenden verteilt ist, wird der verbleibende Betrag ausgerechnet und als neuer Gewinnvortrag in der Bilanz geschrieben.

Sie können sich oben ein detailliertes Beispiel für eine Dividendenberechnung herunterladen. Alternativ können Sie unseren Rechner verwenden, um alle Bestandteile des Gewinnverteilungsplans korrekt zu berechnen.

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