Erfolgsrechnung TAG - treuhand-suche.ch https://treuhand-suche.ch/blog/tag/erfolgsrechnung/ Blog Fri, 21 Jul 2023 09:21:12 +0000 de-CH hourly 1 https://treuhand-suche.ch/blog/wp-content/uploads/2019/04/cropped-favicon-150x150.png Erfolgsrechnung TAG - treuhand-suche.ch https://treuhand-suche.ch/blog/tag/erfolgsrechnung/ 32 32 Cashflow: Excel-Vorlage zur Berechnung & Verbesserungstipps https://treuhand-suche.ch/blog/cashflow/ https://treuhand-suche.ch/blog/cashflow/#comments Fri, 18 Nov 2022 09:00:35 +0000 https://treuhand-suche.ch/blog/?p=8296 The post Cashflow: Excel-Vorlage zur Berechnung & Verbesserungstipps appeared first on treuhand-suche.ch.

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Das Cashflow-Management ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Teile der Finanz­planung für jedes Unternehmen. Daher ist es wichtig, einen vertieften Einblick in diesen Wissens­bereich zu bekommen. Möchten Sie von Experten erfahren, wie Sie den Cashflow effektiv berechnen, interpretieren und im Endeffekt den freien Cashflow (FCF) verbessern können? In diesem Artikel bekommen Sie ausführliche Antworten auf alle diese Fragen und vieles mehr.

Was ist ein Cashflow? Wirtschaftliche Definition

Der Begriff „Cashflow“ stammt ursprünglich aus dem Englischen und bezeichnet den Geldfluss (den Zu- und Abfluss liquider Mittel) eines Unternehmens während eines bestimmten Zeitraums.

Bei der Berechnung des Cashflows werden alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Zeitperiode miteinander verglichen. Die sich daraus ergebende Differenz bezeichnet man als gesamten Cashflow. Er bezieht sich daher nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt, sondern immer auf eine bestimmte Zeitperiode. Dadurch unterscheidet sich dieser Begriff von diversen Liquiditätskennzahlen, die die Unternehmensliquidität zu einem bestimmten Zeitpunkt messen. Sämtliche Cashflow-Berechnungen werden normalerweise in einer Berechnungstabelle – der Cashflow-Rechnung – dargestellt.

Freier Cashflow (FCF): Was ist das?

Eine der wichtigsten Aufgaben der Cashflow-Berechnung ist die Antwort auf die Frage, ob das Unternehmen über freien Cashflow verfügt. Freier Cashflow (aus dem Englischen «free cash flow» oder «FCF») bezeichnet das Geld, dass dem Unternehmen nach Zahlung seiner Betriebs­kosten, Investitionen und Finanzierungs­aktivitäten übrigbleibt. Je mehr freien Cashflow das Unternehmen hat, desto mehr davon kann es für bspw. weitere Investitionen, Auszahlung von Dividenden oder zur Schulden­tilgung verwenden.

Freier Cashflow (FCF) - Was ist das

Cashflow: Bedeutung für das Unternehmen

Im Grossen und Ganzen antwortet jegliche Cashflow-Berechnung auf die Frage, wie viel Geld erwirtschaftet wurde bzw. wie hoch der Saldo aus Ein- und Auszahlungen innerhalb einer Zeitperiode ist. Daraus kann man eine Schluss­folgerung über die folgenden Aspekte der finanziellen Lage ziehen:

  • Wettbewerbs­fähigkeit & finanzielle Absicherung
  • Bedarf nach externer Finanzierung & Tilgungs­kapazität
  • Investitions­potenzial

Einen Schluss über die Wettbewerbs­fähigkeit, das Investitions­potenzials und den Bedarf nach externer Finanzierung lässt sich vor allem basierend auf dem Cashflow aus operativer Tätigkeit ziehen, der eine der drei Cashflow-Kategorien präsentiert.

Cashflow-Kategorien

Zwecks Erleichterung von Analysen werden bei der Berechnung des Cashflows sämtliche Zu- und Abflüsse des Unternehmens in drei unterschiedliche Teile aufgeteilt. Man spricht daher von drei Cashflow-Kategorien:

1. Cashflow aus operativer Tätigkeit

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit (operativer Cashflow) ergibt sich aus der laufenden Geschäfts­aktivitäten des Unternehmens und demonstriert die Ergebnisse aller zahlungs­wirksamen Geschäftsvorfälle. Diese Art des Cashflows dient als Indikator für die Bewertung der Wettbewerbs­fähigkeit sowie des inneren Potenzials. Je höher der operative Cashflow ist, desto mehr Geld wird durch die Betriebs­tätigkeit erwirtschaftet und desto stärker ist die Lage des Unternehmens im Markt (bspw. geringere Abhängigkeit von Zahlungs­konditionen seiner Kunden und Lieferanten). Ein positiver Cashflow aus operativer Tätigkeit ermöglicht dem Unternehmen, ohne externe Finanzierung geplante Anlagen anzuschaffen oder seine Schulden zurückzuzahlen.

2. Cashflow aus Investitions­tätigkeiten

Der Cashflow aus Investitions­tätigkeit fasst zusammen, wie viel Geld infolge eines Kaufs oder Verkaufs von Anlagen ausgegeben bzw. bezogen wurde. In der Regel ist der Cashflow aus Investitions­tätigkeit negativ und wird daher durch die anderen Kategorien des Cashflows abgedeckt.

3. Cashflow aus Finanzierungs­tätigkeiten

Der Cashflow aus Finanzierungs­tätigkeit umfasst alle Änderungen des Eigen- oder Fremd­kapitals (Kapital­flüsse). Die Erhöhung des Aktien- oder Stamm­kapitals sowie die Kredit­aufnahme wird als Geld­zufluss betrachtet. Die Auszahlung eines Darlehens oder Ausschüttung von Dividenden wird dagegen als Geld­abfluss in die Rechnung einfliessen.

Wie kann man seinen Cashflow berechnen? Berechnungsmethoden

Der Cashflow lässt sich nach zwei unterschiedlichen Methoden berechnen – direkte und indirekte Methoden.

Direkte Methode der Cashflow-Berechnung

Die direkte Methode wird angewandt, indem jegliche Ein- und Auszahlungen je nach Kategorie verglichen werden. Für diese Kalkulation sind interne Daten des Unternehmens erforderlich.

Freier Cashflow (FCF) = Zahlungswirksame Erträge – Zahlungsunwirksame Aufwendungen

  • Zu den zahlungswirksamen Erträgen zählen vor allem Umsatzerlöse, Forderungseinzahlungen, Kreditaufnahmen und sonstige Einzahlungen einer Periode.
  • Zu den zahlungswirksamen Aufwendungen zählen vor allem Herstellungskosten, Personalkosten, Angeschaffte Anlagen, Begleichungen von Verbindlichkeiten und sonstige Auszahlungen derselben Periode.
Zahlungs­wirksame Erträge Zahlungs­unwirksame Aufwendungen
  • Umsatzerlöse
  • Beteiligungserträge
  • Zinserträge
  • Verkauf von langfristigen Vermögensgegenständen (Desinvestitionen)
  • Kapitaleinlagen
  • Kreditaufnahmen
  • sonstige Einzahlungen
  • Materialaufwendung
  • Arbeitsaufwendung
  • Bezahlte Betriebskosten
  • Steuern
  • Zinsaufwendungen
  • Angeschaffte Anlagen
  • Kapitalentnahmen
  • Kredittilgungen
  • sonstige Auszahlungen

Indirekte Methode der Cashflow-Berechnung

Bei dieser Methode lässt sich der Casflow nach folgender Formel berechnen:

Freier Cashflow (FCF) = Reingewinn + nicht zahlungswirksame Aufwendungen – nicht zahlungswirksame Erträge

  • Zu den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen zählen vor allem Abschreibungen, Bestands- und Forderungsminderung, Erhöhung des Gewinnvortrages etc.
  • Zu den nicht zahlungswirksamen Erträgen zählen vor allem Zuschreibungen, Bestands- und Forderungserhöhung, Aktivierte Eigenleistungen, Minderung des Gewinnvortrages etc.
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) Nicht zahlungswirksame Erträge (-)
  • Abschreibungen
  • Bestandminderung
  • Forderungsminderung
  • Erhöhung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Erhöhung des Gewinnvortrages
  • Erhöhung der Rückstellungen
  • Zuschreibungen
  • Bestandserhöhungen
  • Forderungserhöhung
  • Minderung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Auflösung von Rückstellungen
  • Minderung des Gewinnvortrages
  • Aktivierte Eigenleistungen

Wichtig

In der Praxis wird die indirekte Ermittlung bevorzugt, deren Excel-Vorlage Sie unter dem Link finden können.

Positiver und negativer Cashflow

Wie bereits erwähnt wurde, gibt der Cashflow einen Überblick darüber, wie viel Geld das Unternehmen erwirtschaftet und wie viel ausgezahlt hat. Somit kann daraus entweder ein negativer oder positiver Cashflow entstehen.

Wenn der Geldabfluss den Geldeinfluss übersteigt, führt dies zum negativen Cashflow. Im Endeffekt reduziert sich die Summe der verfügbaren liquiden Mittel des Unternehmens. Obwohl negativer Cashflow ungewünscht ist, hat er nicht automatisch eine negative Bedeutung für Besitzer oder Investoren. Unterstehend sind vier typische Situationen aufgelistet, wodurch negativer Cashflow entsteht:

  • Verlust aus operativer Tätigkeit
  • Tilgung eines Kredit­betrages ohne laufende Amortisation (bullet loan)
  • Hohe Investitionen im laufenden Zeitraum
  • Änderungen im Cash-Management (wegen eines dem Kunden / vom Lieferanten gewährten Zahlungs­aufschubs)

Ein positiver Cashflow kann hingegen auf gute Ergebnisse der Betriebs­tätigkeit hinweisen. In diesem Fall sind die Einnahmen höher als die Ausgaben und man sagt über einen Überschuss. Anschliessend ermöglicht dies dem Unternehmen, seinen Lieferanten rechtzeitig zu zahlen oder geplante Anlagen zu erwerben, ohne sich an externe Finanzierung zu wenden.

Cashflow, Bilanz und Erfolgs­rechnung: Zusammenhang

Cashflow, Bilanz und Erfolgs­rechnung sind sehr eng verbunden. Bei der indirekten Methode der Cashflow-Berechnung wird der Gewinn- und Abschreibungsbetrag aus der Erfolgs­rechnung genommen. Darüber hinaus werden gewisse Informationen aus der Bilanz verwendet, um den Cashflow zu berechnen:

  • Veränderung in Forderungen aus Lieferungen
  • Veränderung in Verbindlichkeiten aus Lieferungen
  • Veränderung in Vorräten
  • Veränderung in sonstigen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten
  • Veränderung in Eigen- und Fremdkapital etc.

Ein Ergebnis der Cashflow-Berechnung – negativer oder positiver Betrag – spiegelt die Änderungen der liquiden Mittel in der Bilanz am Ende einer Zeitperiode wieder. Der Saldo aus Ein- und Auszahlungen stimmt immer mit dieser Änderung überein.

Cashflow, Bilanz und Erfolgsrechnung - Zusammenhang

4 Tipps zur Verbesserung Ihres Cashflows

Die Bedeutung des Cashflows bzw. des freien Cashflows (FCF) für die Weiter­entwicklung jedes Geschäfts ist enorm. Aus diesem Grund spielt die Verbesserung des Cashflows für Unternehmen eine Schüssel­rolle, um die Wettbewerbs­fähigkeit und das Entwicklungs­potenzial zu behalten. Zu den wichtigsten Tipps, die zur Verbesserung des Cashflows beitragen können, gehören vor allem:

1. Verkürzen Sie den Zahlungsaufschub, den Sie Ihren Kunden gewähren.

Je schneller Ihre Kunden zahlen, desto geringerer ist der Forderungs­betrag, was zusätzliche liquide Mittel freisetzt. Deswegen lohnt es sich, Ihre Kunden auf Basis eines konkreten Kunden­bedarfs mit einer Anzahlung zu bedienen.

2. Versuchen Sie, den Zahlungs­aufschub zu verlängern, den Ihnen von Ihren Lieferanten gewährt ist.

Auf diese Weise bekommen Sie die benötigten Rohstoffe oder Dienstleistungen und zahlen dafür später, was Ihren Cashflow ähnlich zu einem Bankkredit beeinflusst. In der Praxis kommt es aber häufig vor, dass bei diesem Vorgehen der Einkaufspreis höher sein kann. Man muss daher bei Verhandlungen mit Lieferanten diesen Aspekt beachten.

3. Optimieren Sie Ihre Bestände.

Sind grosse Bestände immer gut für Ihr Unternehmen? Einerseits erhöhen hohe Bestände natürlich die Stabilität und machen das Business resilienter vor möglichen Liefer­schwierigkeiten. Anderer­seits binden hohe Bestände viel liquide Mittel. Eine Erhöhung der Bestände kann manchmal zu einem negativen operativen Cashflow und somit zu Schwierigkeiten mit der Liquidität führen.

4. Achten Sie auf die Tilgungs­form bei der Kredit­aufnahme.

Häufig müssen sich Unternehmen extern finanzieren. Als klassisches Beispiel dafür dient ein Bank­kredit. Dabei ist es äusserst wichtig, sich für eine optimale Tilgungs­form zu entscheiden. In der Praxis kommen drei Tilgungs­formen zum Einsatz:

Annuitätische Tilgung

Dabei bleiben die monatlichen Raten stets gleich. Das Unternehmen zahlt der Bank immer den gleichen Betrag während des ganzen Darlehens­zeitraums (Zinsen und Tilgungen zusammen). Die annuitätische Tilgung ist die verbreiteste Tilgungsform der Finanzierung. Diese Tilgungsform ist empfehlenswert, sofern die Umsatz­generierung regelmässig und ohne Saisonalität (grosse Schwankungen während des Jahres) erfolgt.

Raten­tilgung

Bei dieser Tilgungsform bleibt nur der Tilgungs­anteil innerhalb des ganzen Darlehens­zeitraums gleich, während die Höhe der Kredit­raten kontinuierlich abnimmt. Das liegt daran, dass Zinsen auf Basis des restlichen, kontinuierlich reduzierenden Schulden­betrages berechnet werden. Diese Tilgungs­form findet relativ selten ihre Anwendung in der Praxis. Grund dafür ist die höhere Belastung am Anfang der Kredit­nutzung, was in der Regel nicht den Bedürfnissen des Kredit­nehmers entspricht. Wenn allerdings die aktuelle Finanz­lage des Unternehmens stabil ist und es am Zins­aufwand sparen will, empfiehlt es sich, diese Tilgungs­form zu vorzuziehen.

Endfällige Tilgung

Bei dieser Tilgungs­form werden während der ganzen Laufzeit nur die Zinsen beglichen. Der gesamte Kredit­betrag wird am Ende der Laufzeit in einer sehr hohen, einmaligen Schluss­rate zurückgezahlt. Zu den Haupt­nachteilen dieser Tilgungs­form gehört vor allem der höhere Zins­aufwand und die hohe Belastung des Cashflows am Ende der Kredit­laufzeit. Darüber hinaus werden solche Kredite von Banken als riskanter eingestuft und daher in der Regel mit einem höheren Zinssatz belegt. Diese Tilgungs­form ist hauptsächlich beim saisonalen Geschäft sinnvoll (bspw. die Agrar­industrie). Wenn das Geld aus dem Verkauf von Waren oder Dienst­leistungen in einer kurzen Zeitperiode eintrifft, wird diese Tilgung eine optimierende Auswirkung auf Ihren Cashflow haben.

Cashflow FAQ

Cashflow und Gewinn: Was ist der Unterschied?

Während der Gewinn die Profitabilität misst, zeigt der Cashflow die Zahlungs­fähigkeit des Unternehmens an. Der Gewinn antwortet auf die Frage, um wie viel die Einkommen des Unternehmens seine Kosten übersteigen. Der Cashflow vergleicht hingegen die Geldflüsse, die innerhalb einer Zeit­periode mit den Einkommen und Kosten nicht exakt korrelieren. Es kann bspw. sein, dass dem Kunden die Waren auf Rechnung geliefert worden sind. Obwohl der Gewinn bereits erfasst ist, hat das Unternehmen sein Geld noch nicht bekommen. Als weiteres Beispiel dient die Anschaffung von Anlagen oder Kredit­tilgung. Diese Geschäfts­fälle sind nicht erfolgswirksam, allerdings haben diese einen Einfluss auf den Geld­bestand und somit die Zahlungs­fähigkeit des Unternehmens.

Cashflow und Umsatz: Was ist der Unterschied?

Der Cashflow und Umsatz sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Der Cashflow fasst sämtliche Geld­flüsse zusammen, während der Umsatz lediglich das Verkaufs­niveau (erfolgswirksame Verkaufs­geschäftsfälle) umfasst.

Welche Cashflows gibt es?

Es gibt drei Arten oder Kategorien von Cashflows:

  • Cashflow aus operativer Tätigkeit
  • Cashflow aus Investitions­tätigkeiten
  • Cashflow aus Finanzierungs­tätigkeiten

Jede Art spiegelt eine konkrete Seite von Unternehmens­aktivitäten wider.

Wo sieht man Cashflow-Ergebnisse in der Bilanz?

Wie bereits erwähnt wurde, gibt es einen engen Zusammenhang zwischen dem Cashflow und der Bilanz. Ein Cashflow-Ergebnis sieht man nicht direkt in der Bilanz. Nichts­desto­trotz stellt es die Änderung von liquiden Mittel innerhalb einer Zeit­periode dar.

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Jahresabschluss – schrittweise Anleitung! (Checkliste & Vorlage) https://treuhand-suche.ch/blog/jahresabschluss-checkliste-vorlage/ https://treuhand-suche.ch/blog/jahresabschluss-checkliste-vorlage/#comments Mon, 22 Feb 2021 16:30:47 +0000 https://treuhand-suche.ch/blog/?p=5117 The post Jahresabschluss – schrittweise Anleitung! (Checkliste & Vorlage) appeared first on treuhand-suche.ch.

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30’000 Franken. Das ist die Busse dafür, einen Jahresabschluss verspätet einzureichen. Um dieses Risiko zu vermeiden und die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu erhalten und die gesetzlichen Anforderungen an die Buchhaltung zu erfüllen, sollte man sich richtig und rechtzeitig vorbereiten. In erster Linie sollte man sich jedoch informieren, was ein Jahresabschluss bedeutet, was die Inhalte sind – und wo sich die Fallstricke verbergen.

Jahresabschluss Strafe

Im folgenden Artikel finden Sie Antworten auf all diese Fragen. Und noch mehr. Wir stellen eine gratis Vorlage für die Erstellung Ihres Jahresabschlusses zur Verfügung!

Wichtig

In diesem Artikel haben wir nur die Grundelemente eines Jahresabschlusses beschrieben. Dieses Format ist lediglich für kleine und mittlere Unternehmen geeignet. Wenn Ihr Unternehmen über Filialen verfügt, börsennotiert ist oder komplexe Geschäftsaktivitäten vornimmt, empfehlen wir dringend, einen professionellen Treuhänder zu konsultieren.

  • Was ist ein Jahresabschluss

    Was ist ein Jahresabschluss?

Dieses Dokument weist die finanzielle Situation Ihres Unternehmens aus: Über welches Vermögen verfügt das Unternehmen, wie dieses finanziert und verwendet wird, und welches Ergebnis – Gewinn oder Verlust – daraus während dem Geschäftsjahr generiert wurde.

Der Jahresabschluss ist das Produkt einer (hoffentlich) sorgfältigen Buchhaltung. Das Steueramt nutzt ihn, um die direkten Steuern des Unternehmens zu berechnen. Der Jahresabschluss dient also zur Festlegung der direkten Bundessteuer sowie der Steuern auf Kantons- und Gemeindeebene.

Banken und Investoren nutzen ihn, um Entscheidungen über Finanzierungen zu treffen. In diesem Artikel betrachten wir den Jahresabschluss, wie er nach Obligationsrecht aussehen sollte.

Tipp

Einzelunternehmen oder Personengesellschaften sind von der Einreichung eines Jahresabschlusses befreit, wenn ihr Jahreseinkommen 500’000 Franken nicht übersteigt (Art. 957 Abs. 2 OR). Dies befreit Unternehmer bzw. Selbständige jedoch nicht von einer elementaren Aufzeichnung der Einnahmen und Ausgaben sowie der Vermögensverhältnisse der Einzelunternehmung. Dies wird im Volksmund als «Milchbüechlirechnung» bezeichnet. Der Einzelunternehmer weist den Erfolg seiner Selbständigkeit in der privaten Steuererklärung aus, eine separate Steuererklärung für die Einzelunternehmung existiert in der Schweiz nicht.

  • Grundvoraussetzungen für einen Jahresabschluss

    Grundvoraussetzungen für den Jahresabschluss

Grundvoraussetzungen für den Jahresabschluss Shema
  • Woraus ein korrekter Jahresabschluss besteht

    Woraus ein korrekter Jahresabschluss besteht

Die Grundversion eines Jahresabschlusses beinhaltet Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang. Schauen wir uns die einzelnen Elemente im Detail an.

Bilanz

Die Bilanz demonstriert, über welches Vermögen Ihr das Unternehmen verfügt (Aktiven) und wie dieses Vermögen finanziert wurde (Passiven). Eine Bilanz wird stets zu einem Stichtag (meist 31.12.) erstellt und zeigt die Situation im Unternehmen genau an diesem Tag.

Eine Bilanz kann mehr oder weniger detailliert aussehen. In jedem Fall müssen die genutzten (Nicht-Null-) Konten dargestellt offengelegt werden. Ausserdem muss eine Zusammenfassungen der strukturellen Teile der Konten angegeben werden. Schematisches Beispiel einer Bilanz:

Aktiven

Flüssige Mittel
Kurzfristig gehaltene Aktiven mit Börsenkurs
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Übrige kurzfristige Forderungen
Vorräte und nicht fakturierte Dienstleistungen
Aktive Rechnungsabgrenzungen

Umlaufvermögen

Finanzanlagen
Beteiligungen
Mobile Sachanlagen
Immobile Sachanlagen
Immaterielle Werte
Nicht einbezahltes Grund,- Gesellschafter- oder Stitungskapital

Anlagevermögen

Passiven

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Passive Rechnungsabgrenzungen

Kurzfristiges Fremdkapital

Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen sowie vom Gesetz vorgesehene ähnliche Positionen

Langfristiges Fremdkapital

Fremdkapital

Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital
Gesetzliche Kapitalreserve
Gesetzliche Gewinnreserve
Freiwillige Gewinnreserven
Gewinnvortrag oder Verlustvortrag
Jahresgewinn oder Jahresverlust
Eigene Kapitalanteile (Minusposten)

Eigenkapital

Eine Bilanz wird in der Regel zum Ende eines Geschäftsjahres erstellt, kann aber prinzipiell bei Bedarf auch jederzeit erstellt werden. Die wichtigsten Elemente sind die Aktiven (Umlauf- und Anlagevermögen) und die Passiven (Fremd- und Eigenkapital). Vermögen und Fremdkapital sind nach Fristigkeit gegliedert: Zuerst kurzfristige, dann langfristige.

Tipp

Eigentlich sollte die Bilanz nur positiven Zahlen ausweisen. In einigen Situationen kommen auch negative Zahlen in der Bilanz vor. Umgekehrt sind in der Erfolgsrechnung negative Zahlen häufig anzutreffen: Alle Aufwendungen werden als negative Zahlen dargestellt. Oft werden negative Zahlen der Bilanz und ER in Klammern geschrieben. So bedeutet (2`300) das gleiche wie -2`300.

Erfolgsrechnung

Grundlage der Erfolgsrechnung ist wie bei der Bilanz der Kontenplan. Die Erfolgsrechnung beinhaltet nur die Konten, die einen Einfluss auf das Jahresergebnis haben: Umsätze, Aufwände, Abschreibungen und Steuern (ohne MWST). Wenn Sie z.B. ein Auto für Ihr Unternehmen erwerben, wird dies nicht in der Erfolgsrechnung sondern in der Bilanz abgebildet.

Schematisches Beispiel einer Erfolgsrechnung eines Produktionsunternehmens:

Produktionserfolgsrechnung Gesamtkostenverfahren

Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen
+/-
Bestandesänderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie an nicht fakturierten Dienstleistungen
-
Material- und Warenaufwand
=

Bruttoergebnis nach Material- und Warenaufwand

-
Personalaufwand
=

Bruttoergebnis nach Personalaufwand

-
Übriger betrieblicher Aufwand
=

Betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen und Wert-berichtigungen, Finanzerfolg und Steuern «EBITDA»

-
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens
=

Betriebliches Ergebnis vor Finanzerfolg und Steuern «EBIT»

-
Finanzaufwand
+
Finanzertrag
=

Betriebliches Ergebnis vor Steuern «EBT»

+/-
Betrieblicher Nebenerfolg
-
Betriebsfremder Aufwand
+
Betriebsfremder Ertrag
-
Ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand
+
Ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Ertrag
=

Jahresgewinn oder Jahresverlust vor Steuern

-
Direkte Steuern
=

Jahresgewinn oder Jahresverlust

Zusätzlich zu den oben genannten Zwischenergebnissen sollte die ER auch die Jahressalden für jedes Top-Level-Konto beinhalten (3000 - 8900). Wenn Sie z. B. Online-Werbeausgaben (6604) und Kundenbetreuung (6641) hatten, sollten Sie danach die Werbekosten insgesamt angeben (6600).

Wichtig

Im Jahresabschluss müssen die Erfolgsrechnung und die Bilanz immer mit den Vergleichszahlen aus dem Vorjahr präsentiert werden.

Anhang

Der Anhang kann in 5 Bestandteile unterteilt werden:

Dieser Abschnitt dient als Einleitung. Er enthält normalerweise folgende Elemente:

  • Firmenname
  • Standort
  • Gründungsdatum
  • Kurzbeschrieb der Geschäftstätigkeit
Jahresabscluss - Anhang - Informationen über das Unternehmen

Dieser Abschnitt sollte Ihren Jahresabschluss und die Standards beschreiben, auf denen der Abschluss basiert. Bei kleineren Unternehmen ist dies (fast) immer das Obligationenrecht.

  • Abrechnungszeitraum
  • Regulatorischer Rahmen (Standards)
  • Einhaltung von Bilanzierungsrichtlinien
Jahresabscluss - Anhang - Informationen zur Buchhaltung

Hier sollten alle Positionen der Aktiven und Passivennäher erläutert werden, falls sich Klärungsbedarf ergibt oder die Struktur der Bilanz nicht sehr detailliert gewählt wurde. Insbesondere ist zu erläutern:

Umlaufvermögen

Flüssige Mittel, Delkredere auf Forderungen, Bezahlter Aufwand des Folgejahres usw.

Jahresabscluss - Anhang - Spezifikation der Bilanz - Umlaufvermögen

Anlagevermögen

Finanz- und Sachanlagen, nicht einbezahltes Kapital usw.

Jahresabscluss - Anhang - Spezifikation der Bilanz - Anlagevermögen

Kurzfristiges Fremdkapital

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, noch nicht bezahlter Aufwand usw.

Jahresabscluss - Anhang - Spezifikation der Bilanz - Kurzfristiges Fremdkapital

Langfristiges Fremdkapital

Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten, Rückstellungen usw.

Jahresabscluss - Anhang - Spezifikation der Bilanz - Langfristiges Fremdkapital

Eigenkapital

Aktienkapital, Gewinnreserven, Jahresgewinn / -verlust usw.

Jahresabscluss - Anhang - Spezifikation der Bilanz - Eigenkapital

Die ER wird in der Regel nicht so detailliert beschrieben wie die Bilanz. Tauchen in der Bilanz einmalige Erträge oder Aufwendungen auf, oder solche, die sich auf andere Fiskalperioden beziehen, müssen diese erklärt werden.

Jahresabscluss - Anhang - Spezifikation der Erfolgsrechnung

Dieser Teil muss Informationen über Geschäftsfälle enthalten, die nach dem Abschlussdatum eingetreten sind. Falls besondere Risiken oder gewichtige Änderungen in der Geschäftstätigkeit absehbar sind, muss dies erwähnt werden.

Jahresabscluss - Anhang - Zusätzliche Klarstellungen und Kommentare

Am Ende muss der Jahresabschluss mit Datum und Ort versehen vom Finanzverantwortlichen (mit Zeichnungsberechtigung gemäss Handelsregister) unterschrieben werden.

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  • Checkliste Jahresabschluss

    Checkliste Jahresabschluss

Allgemein

  1. Abschlussdatum spätestens 6 Monate nach Bilanzstichtag eingehalten?
  2. Vorjahreszahlen vorhanden?
  3. Firma/Name, Rechtsform und Sitzadresse angegeben?

Erfolgsrechnung

  1. Gliederung eingehalten: EBITDA, EBIT, EBT
  2. Aufwand und Ertrag sind der korrekten Periode zugeordnet? Aufwand und Ertrag für Grossprojekte korrekt auf entsprechende Perioden verteilt?
  3. Ausgaben für Privatwagen gebucht (Kraftstoff, Reparaturen, Service, Steuern, etc.)?
  4. Verkehrsmittel gebucht?
  5. Konto ausserordentlicher Aufwand bzw. Ertrag nicht «missbraucht»?
  6. Kosten für Arbeitszimmer berücksichtigt?
  7. Lohnaufwand: Verspätete Bonizahlungen noch als Aufwand gebucht?

Bilanz

  1. Flüssige Mittel nach Währung aufgegliedert?
  2. Kontenbestände der flüssigen Mittel mit Banksaldi und Kassabuch abgeglichen?
  3. Vorräte bzw. Lagerbestand per Stichtag aktuell?
  4. Transitorische Aktiven und Passiven korrekt verbucht?
  5. Sachanlagen in mobile und immobile gegliedert?
  6. Geschäftsfahrzeug bilanziert?
  7. Delkredere auf inländische und ausländische Kreditoren gebucht (kantonal unterschiedliche Prozentsätze)?
  8. Garantierückstellungen, Rückstellungen für Gerichtsprozesse, etc. gebucht?
  9. Steuerrückstellung: Korrekter Betrag?
  10. Reserven unterteilt in gesetzliche und freiwillige Gewinnreserve?
  11. Gewinn- oder Verlustvorträge nicht mit Jahresgewinn oder -verlust verrechnet?

Anhang

Grundsätzliches zum Anhang

  • Erklärungsbedürftige Positionen von Bilanz und ER präzise aber kurz erläutern
  • Grosse Positionen aufsplitten, falls möglich
  • Je ausführlicher die Bilanz und die Erfolgsrechnung, desto kürzer wird der Anhang

Basisangaben

  1. Anschrift der Unternehmung korrekt?
  2. Info zu Vollzeitstellen (Hinweis genügt: nicht über 10 bzw. nicht über 50 oder über 250)
  3. Angewandte Fremdwährungskurse offengelegt?
  4. Start-ups: Überlanges Geschäftsjahr erwähnt?

Hinweise zu Methoden, Erträgen, Verpflichtungen

  1. Hinweise auf geänderte Schätzmethoden, Abschreibungsarten oder Annahmen (Abweichung vom Prinzip der Stetigkeit)
  2. Erläuterung der Umsatzerfassung in komplizierten Fällen
  3. Hinweise auf off-balance Leasingverpflichtungen? Gliederung auf Basis der Verfallstruktur
  4. Hinweise auf offene Verpflichtungen gegenüber Sozialversicherungen und Vorsorge
  5. Hinweise zu Abschreibungsmethodik, Abschreibungstabelle
  6. Hinweise auf allfällige Verrechnungen (Grundsatz: Bruttoprinzip, Verrechnungsverbot)
  7. Hinweise zu Positionen mit nahestehenden Personen oder Unternehmen
  8. Bewertung angefangener Arbeiten erfolgt?
  9. Angaben zu gewährten Sicherheiten für Verbindlichkeiten ggü. Dritten
  10. Angaben zu Sicherheiten für Forderungen ggü. Dritten
  11. Rangrücktritte von Forderungen erläutert?
  12. Erklärung von Eventualverbindlichkeiten (Rückstellungen)
  13. Ausweis von offenen Verpflichtungen gegenüber der Ausgleichskasse, Pensionskasse, UVG, KTG
  14. Nettobildung/Nettoauflösung von stillen Reserven erklärt?

Schlussangaben

  1. Going Concern: Hinweis auf allfällige Schliessung oder andere betriebsgefährdende Entwicklungen vorhanden? (Abweichung vom Grundsatz der Fortführung)
  2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag erwähnt? Art des Ereignisses und geschätzte finanzielle Auswirkung.
  3. Empfohlen: Angabe der Revisionsfirma mit Kontaktperson
  4. Unterschriften gemäss Handelsregister (Einzelunterschrift bzw. Unterschrift zu zweit?
  5. Unterschrift des Finanzverantwortlichen/CFO?
  6. Vorzugsweise: Vorschlag zur Gewinnverteilung ausgearbeitet?
  • Jahresabschluss Vorlage

    Jahresabschluss Vorlage

Unten können Sie einen Muster-Jahresabschluss herunterladen. Wir weisen darauf hin, dass dieses Dokument zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt wird und keine vorgefertigte Lösung für jedes KMU darstellt.

Denken Sie daran, Ihren Jahresabschluss am Ende auf Steuerspar-Fehler zu überprüfen. Sollten Sie weitere Details zur Beschreibung der Bilanz, der korrekten Bildung des EBIT oder anderes benötigen, sind wir gerne bereit, Ihre Fragen in den Kommentaren oder in unserem Forum zu beantworten.

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