A1 Bescheinigung

Fehlende A1 Bescheinigung für Geschäftsreise – EU / EFTA-Staaten

- 3 Min Lesezeit

Seit dem 1.6.2002 muss im Rahmen des Personenfreizügigkeitsabkommens auf Geschäftsreisen die sog. A1 Bescheinigung jederzeit persönlich mitgeführt werden, welche bescheinigt, dass der Geschäftsreisende hinreichend sozialversichert ist. Das Abkommen stellt sicher, dass jeder über Staatsgrenzen hinweg tätige Arbeitnehmer in einem der Land der EU bzw. EFTA sozialversichert. Dies schliesst eine kostenintensive und wirtschaftsfeindliche Mehrfahrversicherung aus und stellt dennoch sicher, dass jeder «mobile» Arbeitnehmer eine Absicherung geniesst, unabhängig von seinem temporären Arbeitsort.

Bis Mitte 2019 wurden A1 Bescheinigungen in Papierform von den zuständigen Versicherungsinstituten angefordert und per Post an den Antragsteller gesendet. Die EU startete jedoch ein Projekt für den elektronischen Austausch von Sozial Daten (EESSI). Ziel des Projekts war es, den Datenaustausch zwischen europäischen Institutionen der sozialen Sicherheit zu vereinfachen und zu standardisieren. Es ist davon auszugehen, dass dies die Kontrollen in den Ländern weiter verschärfen wird.

Es lohnt sich, diese Pflicht einzuhalten. Die ersten Monate haben gezeigt, dass es die Kontrollorgane der EU/ EFTA-Staaten nun ernst mit dieser Bestimmung meinen und selbst kleine Vergehen zu Bussgeldern führen. Haben viele Geschäftsreisende diese Bestimmung bis anhin ziemlich locker genommen und sich – wenn überhaupt – nur lückenhaft um eine gültige Bescheinigung gekümmert, raten wir ab sofort, diese gesetzliche Bestimmung strikt einzuhalten.

Wir empfehlen in jedem Fall, einen Antrag für die maximale Dauer von zwei Jahren zu stellen. Damit hält sich der bürokratische Aufwand wenigstens etwas in Grenzen.

Einige wichtige Hinweise zur A1 Bescheinigung:

Wann muss eine Bescheinigung angefordert werden?

Rechtzeitig vor jeder Geschäftsreise. Selbst der stundenweise Aufenthalt in einem EU/ EFTA-Staat führt zu einer Nachweispflicht.

Von der A1 Pflicht betroffene Branchen

Alle Branchen

Beispiele von betroffenen Tätigkeiten

  • Kundenbesuche
  • Beratertätigkeit
  • Referenten, Dozierende
  • Veranstalter von Events
  • Messen- und Konferenzbesuche, Meetings
  • Auftritte von Musikern, Schauspielern, Sportlern
  • Baufachleute, Architekten
  • Wartungsteams, Techniker
  • Chauffeure, Guides
  • Sämtliche anderen beruflichen Tätigkeiten in einem EU/ EFTA-Staat

Maximaldauer

2 Jahre

Kreis der betroffenen Personen

Sämtliche Arbeitnehmer (und Selbstständige) einer Unternehmung mit Sitz in der Schweiz

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

  • Zutrittsverweigerung zu Konferenz, Büroräumen, Weiterreise unterbunden, etc.
  • Bussgelder

Kontrollpunkte

Flughäfen, Baustellen, Konferenzen, Grenzbereiche der EU/ EFTA-Staaten, Business-Centres

Wo kann man beantragen?

In der Schweiz wird das Formular A1 von den AHV-Ausgleichskassen nach Prüfung der Situation des Antragstellers ausgestellt.
Alle erforderlichen Antragsformulare sind auch online über die offizielle Quelle abrufbar, indem Sie diesem Link folgen.

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